Absolut abwechslungsreich: Azubi-Alltag bei E.ON Energie

Was macht ein Azubi bei E.ON Energie? Wie sieht ein typischer Tag als Auszubildender aus? Gerd Gläsel macht bei E.ON Mitte eine Ausbildung zum Elektroniker. Da sein Heimatort Marburg zu weit entfernt ist, um jeden Tag nach Hause zu pendeln, lebt der 21-jährige die Woche über mit 52 anderen Azubis im E.ON Mitte-Jugenddorf in Baunatal.

 

Ein Tagebuch:

 

6:00 Uhr: Montagmorgen. Der Wecker klingelt. Müde und verschlafen steige ich aus dem Bett und gehe in die Kantine. Dort steht schon das Frühstück bereit. Der starke Kaffee macht zumindest ein bisschen wach. Schnell schlucke ich den letzten Bissen meines Brötchens hinunter. Dann muss ich los.

 

6:45 Uhr: Ich mache mich auf den Weg zur Arbeit. Die Ausbildungswerkstatt liegt gleich gegenüber des Jugenddorfs - so muss ich nur die Straße überqueren. Sehr praktisch!

 

7:00 Uhr: Ich bekomme von meinem Ausbilder einen Arbeitsauftrag. Heute steht Elektrotechnik auf dem Programm: Ich soll eine Steuerung bauen, mit der sich ein Motor über einen Nockenschalter an- und ausschalten lässt. Natürlich bin ich auch für den Einbau von Schutzeinrichtungen verantwortlich. Keine einfache Aufgabe.

 

7:30 Uhr: Nachdem ich mich in den Auftrag eingearbeitet habe, geht es ans Erstellen der Stückliste und der Preiskalkulation. Ich arbeite so, wie es ein Unternehmer, der seine Anlage verkaufen will auch machen würde: Wer muss was in welcher Reihenfolge tun, was benötige ich an Materialien, Zeit und Unterstützung und was kostet es? Nach der Erstellung des Ablaufplans (Link zur Darstellung des Ablaufplans) zeichne ich die Stromlaufpläne und einen Klemmenplan. Sie müssen so genau und übersichtlich sein, dass jeder andere sofort nachvollziehen kann, welche Funktion die Schaltung erfüllt. Die Müdigkeit ist auf einen Schlag komplett verflogen. Denn jetzt heißt es: Konzentration! Hier darf mir kein Fehler unterlaufen.

 

9:00 Uhr: Pause. Puh - das tut jetzt gut. Ich gehe mit den anderen Azubis hinunter in den Aufenthaltsraum. Dort werden Brötchen verkauft. Die Stimmung ist gut, wir spielen Karten und erzählen uns, was wir am Wochenende gemacht haben.

 

9:25 Uhr: Jetzt geht es ans Eingemachte. Ich montiere alle Betriebsmittel nach meinem eben angefertigten Aufbauplan. Auf meinem Montagegitter sind nun verschiedene Sicherungen, Schalter und Abzweigdosen zu sehen. Nachdem ich mir aus unserer Warenausgabe die benötigten Leitungen geholt habe kann ich mit dem Verdrahten beginnen. Genau an meinen vorhin erstellten Stromlauf- und Klemmenplan gehalten, kann eigentlich nichts mehr schief gehen. Trotzdem muss ich aufmerksam bleiben, denn die Anzahl der möglichen Fehler ist groß.

 

11:30 Uhr: Nach zwei Stunden raucht mir der Kopf. Doch die Anlage steht fertig vor mir. Bevor ich jedoch probieren kann, ob alles nach den Vorgaben funktioniert, muss ich erst mit verschiedenen Messgeräten die Sicherheit der Schaltung überprüfen. Die Messwerte sind gut - wie erwartet! Mit meiner selbstgebauten Schaltung kann ich den Motor nun an- und ausschalten. Das hätte ich geschafft. Ein gutes Gefühl!

 

12:00 Uhr: Nun habe ich mir das Mittagessen redlich verdient. Mein Magen knurrt schon ewig lang herum. Gemeinsam gehen wir alle hinüber in die Kantine des Jugenddorfs. Heute gibt es Schnitzel - lecker!

 

13:00 Uhr: Die Stunde der Wahrheit naht, aber ich habe kein schlechtes Gefühl, denn ich habe alles sehr sorgfältig aufgebaut. Unser Ausbilder schaut sich meine Pläne an und hakt anhand einer Checkliste ab, ob ich alles richtig gemacht habe. Dabei erklärt er mir, welche Punkte in Ordnung waren und was ich anders machen sollte. Danach wird auch meine Anlage ganz genau unter die Lupe genommen: Ich muss Teile der Anlage öffnen, damit der Meister sieht, wie die einzelnen Details verdrahtet und angeschlossen wurden. So sieht er Schlampereien sofort.

 

13:15 Uhr: Mein Ausbilder ist mit meiner Schaltung zufrieden, es hat alles gepasst. Super! Zum Freuen bleibt jedoch wenig Zeit, denn schon erhalte ich einen Umbauauftrag: Der Schalter soll den Motor nicht nur an- und ausschalten, sondern jetzt soll auch Rechts- und Linkslauf möglich sein. Das bedeutet: Pläne abändern und die Schaltung umbauen. Das alles schaffe ich heute nicht mehr. Nur die Pläne kriege ich noch fertig.

 

15:30 Uhr: Die letzte Viertelstunde ist angebrochen. Jetzt heißt es: Sachen zusammenpacken, Arbeitsplatz aufräumen und fegen.

 

15:45 Uhr: Ab in den Feierabend. Ein Tag voller selbstständiger und eigenverantwortlicher Arbeiten verging wie im Flug. Jetzt geht es hinüber ins Jugenddorf.

 

16:45 Uhr: Abendessen im Jugenddorf. Danach steht Kartenspielen, Fernsehschauen oder Sport auf dem Programm - zum Beispiel Dart, Tennis, Tischtennis, Billard und Basketball. Eines ist sicher: Langweilig wird es mit 52 Azubis nie!

 

22:00 Uhr: Gähn! Zeit fürs Bett. Schließlich erwartet mich morgen wieder ein "spannungsreicher" Tag.

 

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