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Sanierungsmaßnahmen Mittlere-Isar-Kanal schreiten voran / Hinweis auf Auswirkungen
Die Sanierungsarbeiten am Mittlere-Isar-Kanal schreiten voran. In der Nacht vom 12. auf den 13. Mai 2009 wird die Ausleitung des Isarwassers in den Kanal bei Oberföhring gestoppt. Unmittelbar danach wird mit der Dammschüttung in Unterföhring begonnen.
„In Abstimmung mit dem Wasserwirtschaftsamt München weißt unser Unternehmen nochmals darauf hin, dass diese notwendige und behördlich genehmigte Maßnahme Auswirkungen auf die Abflussverhältnisse und die Badegewässerqualität der Isar von Oberföhring bis Moosburg sowie auf die Grundwasserstände haben wird. Es entsteht jedoch keine Schwallwelle in der Isar, der Wasserspiegel steigt langsam an. E.ON Wasserkraft wird die Auswirkungen auf Anlieger und Umwelt so weit wie möglich begrenzen und wir bedanken uns bei allen Betroffenen für ihr Verständnis“, erklärt Christian Orschler, Pressesprecher der E.ON Wasserkraft.
Auswirkungen der Kanalsanierung auf die Mittlere Isar von Oberföhring bis Moosburg (WWA München, E.ON Wasserkraft GmbH)
Abflussverhältnisse
Durch die Außerbetriebnahme des Mittleren-Isar-Kanals erhält die Isar auch im Bereich von Oberföhring bis Freising und Moosburg ihre natürliche Wasserführung. Der Abfluss steigt am Pegel Freising von rund 23 m³/s (Niedrigwasser im Sommer) auf im Mittel ca. 100 m³/s. Auch kleinere Hochwasser mit Abflussspitzen von ca. 150 bis 200 m³/s, die normalerweise über den Mittleren Isar-Kanal und den Speichersee größtenteils den Kraftwerken zufließen, bleiben in der Isar. Bis in den Spätherbst ist daher mit 80 bis 100 cm höheren Wasserständen als bei Niedrigwasser zu rechnen. Viele der Kiesbänke werden überströmt sein und höhere Fließgeschwindigkeiten machen den sonst geruhsamen Wasserlauf wieder zu einem eher reißenden Fluss. Dennoch brauchen sich die Anwohner entlang der Isar keine größeren Sorgen vor Hochwasser machen als bisher, denn die Isardeiche sind so ausgelegt, dass auch ein hundertjährliches Hochwasser mit einem Abfluss von 1100 m³/s ohne Durchfluss im Mittleren-Isar-Kanal beherrscht werden kann. So war auch bereits beim letzten großen Isar-Hochwasser im August 2005 der Mittlere Isar-Kanal wegen Sanierungsarbeiten außer Betrieb.
Grundwasserstände
Mit der höheren Wasserführung der Isar werden naturgemäß in Isar-Nähe auch die Grundwasserstände entsprechend ansteigen. In Gebieten, die immer wieder mit hohen Grundwasserständen konfrontiert waren, sollten sich Hauseigentümer darauf einstellen, dass die erhöhten Grundwasserstände womöglich für ältere nicht wasserdicht ausgeführte Keller problematisch sind. Auch auf für 2009 geplante Bauvorhaben können sich die erhöhten Grundwasserstände auswirken, indem eine Bauwasserhaltung erforderlich wird, oder entsprechend mehr Grundwasser abgepumpt werden muss.
Badegewässerqualität an der Isar:
Entlang der oberen und mittleren Isar sind bis zur Einmündung der Amper bei Moosburg alle Kläranlagen mit Hygienisierungsstufen ausgerüstet, die einen Beitrag zur Entkeimung der Isar leisten. Die Isar wird in diesem Bereich, insbesondere im nördlichen Umland von München auch von vielen Erholungssuchenden genutzt. Sie ist allerdings kein Badegewässer im Sinne der EU-Badegewässer-Richtlinie bzw. der Badegewässerverordnung.
Während der Arbeiten am Mittleren-Isar-Kanal wird im so genannten Rückwärtsbetrieb auch biologisch gereinigtes, aber nicht hygienisiertes Abwasser aus den Klärwerken Unterföhring, München I (Klärwerk Großlappen) und Neufinsing (gemeinsames Kommunalunternehmen Versorgung-Entsorgung München-Ost) der Isar zugeführt. Da aufgrund dieser Gegebenheiten heuer die Erreichung der gewünschten Badegewässerqualität der Isar ab dem Oberföhringer Wehr bis Moosburg nicht sichergestellt werden kann, wurde zur Energie- und Kosteneinsparung entschieden, auch die Hygienisierungsstufen der Kläranlagen Ismaning, Garching, München II bei Dietersheim, Grüneck und Freising, die ihr gereinigtes Abwasser in die Isar einleiten, im Jahr 2009 nicht in Betrieb zu nehmen.
Die Isar ist ab dem Oberföhringer Wehr bis Moosburg daher 2009 aus hygienischen Gründen und wegen der erhöhten Wasserführung nicht zum Baden geeignet. Das Wasserwirtschaftsamt München stellt daher entsprechende Hinweisschilder zur Warnung der Erholungssuchenden auf.